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Scheißidee!

Ist Euch mal aufgefallen, dass die besten Erfindungen ihren Ursprung auf der Porzellanschüssel haben?

Nein, das soll nicht heißen, dass diese Ideen Schei… sind, sondern, dass man dort auf einmal einfach gute Ideen produziert. Nicht unterhalb der Gürtellinie, sondern reine Kopfsache…

Nicht umsonst nennt man es vielleicht „Stilles Örtchen“, weil man dort – im Idealfall – ganz für sich alleine ist und dort – abgesehen von einer mehr oder weniger lautstarken Geräuschkulisse – seine Ruhe hat um einmal die Gedanken kreisen zu lassen.

Nehmen wir zum Beispiel die Fernbedienung. Es ist doch viel wahrscheinlicher, dass dieses praktische Werkzeug, wovon inzwischen jeder mindestens 5 Stück oder mehr besitzt (z. B. für Fernseher, Radio, DVD-Spieler, Playstation, Sessellift,…), die Ursprungsidee dafür wohl eher in der heimischen Keramikabteilung entstanden ist, als auf dem Sofa. Denn, seien wir doch mal ehrlich, wer ein Sofa kilometerweit vom Fernseher wegstellt, ist ja auch selber schuld, wenn er für den Weg zum Umschalten ein Taxi bestellen muss. Jeder fernsehbewusste Mensch platziert seine Couchgarnitur in etwa so, dass man mittels ausgetrecktem, unbesocktem, großem Zeh wahlweise das Programm, die Lautstärke, sowie Farben und Kontraste einstellen kann. Oder man ist am hiesigen Fernsehprogramm derartig desinteressiert, dass man den heimischen Flimmerkasten lediglich zum Abstellen von diversen Staubfängern nutzt.

Auf jeden Fall ist die Tatsache klar, dass wenn man mit seinem Gesäß auf der Auswurfsbeseitungseinrichtung sitzt und im Porzellanzimmer über ein Fernsehgerät, Radio oder ähnliches verfügt, das Aufstehen zum umschalten, laut oder leiser stellen, einfach weniger im Bereich des Möglichen liegt, als das Aufstehen aus einem Sessel oder der Couch. Schon allein aus hygienischen Gründen.

Sicher hat sich damals Karl-Heinz Fernbedienung so gedacht, als er sein Geschäft abwickelte und ein toller Song im Radio ertönte „Das muss ich mal lauter machen!“. Er stand also auf ohne dabei zu beachten, dass sich das Laufen mit heruntergelassenen Hose derart schwierig gestaltet, dass er mit dem Hosenknopf an der Fußmatte hängen blieb, dabei ins Stolpern geriet, eine Pirouette drehte, sich im letzten Moment am Handtuchhalter festhielt, dieser jedoch unter seinem Gewicht nachgab, er nun samt Handtuchhalter, Badehandtuch und dem Schnatterinchenlappen seiner Tochter, nach vorne stürzte, versuchte sich am Badezimmerschränkchentürknauf festzuhalten, die Tür dabei nicht nur aufging, sondern gleich der gesamte Schrank samt Inhalt, dem auf den Boden zusteuernden Karl-Heinz folgte und er sodann mit seiner blanken Sitzfläche auf den kalten Fliesen zum liegen kam, den Mund voller Wattestäbchen, bis in die späten Abendstunden in dieser prekären Situation aushaarte, sich derweil die Zeit mit Wattestäbchenweitspucken und dem Auswendiglernen der Etiketten sämtlicher Tiegelchen, Töpfchen, Tübchen und Döschen vertrieb, bis seine Ehefrau ihn fand und er drei Tage später eine Nierenbeckenentzündung durch Unterkühlung bekam. Ich bin eigentlich froh, dass aus dieser Konsequenz die Fernbedienung erfunden wurde und nicht knopflose Hosen!

Ebenso bin ich der festen Überzeugung, dass das tragbare Telefon sowie das Handy aus ähnlichen Beweggründen erfunden wurde, denn wie oft habe ich mich dabei erwischt, dass ich meinen Mann im Wohnzimmer, meine Schwester in der Küche oder notfalls die Nachbarn angerufen habe, weil ich nach Verrichtung der natürlichen Notwendigkeiten festgestellt habe, dass kein entsprechendes gerolltes Reinigungsmaterial zur Verfügung stand, welches sich aus Platzspargründen – ich schöpfe die gesamte Kapazität in meinen Badschränkchen mit Kosmetika aus – als Vorrat in der Kammer gelagert wird.

Der Mensch ist nicht faul. Der Mensch ist einfach nur praktisch!

 

Berlin, 20. Oktober 2010
„Mariethieme“ An- und Aussichten

 

 

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