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Kommt Post? Kom(m)post!

Einleitend muss ich hierzu erwähnen, dass Letzteres im Deutschen Duden auch unter den Synonymen „Dung“, „Guano“ oder auch „Mist“ zu finden ist, was somit die vorherige Fragestellung „Kommt Post?“ zielstrebig zu beantworten weiß. Ich liebe es, wenn Wortspiele wie die Faust aufs Auge treffen, was ich manchmal auch im wahrsten Sinne des Wortes bei unserer weitverbreiteten „Deutschen Post AG“ gerne anwenden würde!

Woher mein Ärger rührt, ist in wenigen Worten auszuführen, allerdings wäre dieser Bericht dann nur ganz kurz und mal ehrlich; kurzfassen ist nun wirklich nicht mein Stil…

Es ist nun einmal so, dass man in unserer heutigen Zeit selten bis gar nicht in den Genuss regelmäßiger Arbeitszeiten ohne Überstunden, Nacht- und Wochenendarbeit kommt. Zwar wurden die Ladenöffnungszeiten jetzt etwas getreckt, so dass die Läden am Samstag nicht mehr wie damals bis 16.00 Uhr, sondern nun bis 20/22 Uhr geöffnet haben und in regelmäßigen Abständen sogar an den Sonntagen ihre Pforten öffnen, dennoch ist es einem häufig nicht möglich diese auch in Anspruch zu nehmen. Denn, für Lebensmittel geht man – mehr oder weniger – zielstrebig in das entsprechende Lebensmittelgeschäft, schmeißt die Sachen in den Korb und marschiert gen Heimat. Denn das häufigste Problem eines menschlichen Individuums oder überhaupt eines lebenden Organismus ist: Um zu überleben, muss man essen! Abgesehen von Models und Filmsternchen, aber das bleibt ein Geheimnis wie die überleben, aber das steht auf einem anderen Blatt, ich schweife ab…

Um nun zum Kern des Problems zu kommen; für solche, die sich gern schöne Kleidung, Schuhe, Kosmetika und sonstige Selbstbefindungsaufwertungsmaterialien in aller Ruhe aussuchen, aus- und anprobieren möchten – ohne kurz vor Ladenschluss noch eben durch die Kleiderbügel rennen zu müssen –, gibt es durch die rasend schnelle Verbreitung des World-Wide-Webs die Möglichkeiten des sogenannten „Online-Shoppings“. Hat jeder schon einmal gehört, gelesen oder schon zig Mal zelebriert. Am Anfang etwas stockend, bald schneller, weiter und besser… Wenn… Die Post nicht wäre!

Nach einigen negativen Erfahrungen – wie beispielsweise Abgeben beim Nachbarn ohne einen Hinweis der erbrachten Lieferung zu erhalten, um erst nach dem Eintreffen der Mahnung zu bemerken, dass die Nachbarin genau DIE roten Pumps trägt, die man vor einem Monat bestellt hat – hat man sich darauf eingestellt, dass man versucht so zu bestellen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Anwesenheit im eigenen Haushalt durch einem selbst, dem Partner, der Familie oder auch dem Wellensittich gewährleistet ist. Man bestellt somit vorsorglich ein bis zwei Tage vor dem Urlaub, dem freien Wochenende oder in weiser Voraussicht nutzt man eventuelle Krankheitsfälle des Partners, sämtliche Einkaufsmöglichkeiten auszuschöpfen, denn er oder sie ist ja zu Hause. Arztbesuche sollte man im letzteren Fallbeispiel allerdings miteinander abstimmen, um den ausgeklügelten Plan des Shoppingwahnsinns nicht zu gefährden!

Dennoch, schafft es der Schlawiner Postzustelldienst einem einen Strich durch die Rechnung zu machen. Man glaubt es kaum, wie oft es vorkam, dass ich in ausgebeulter Jogginghose vor dem Briefkasten stehend einen Zettel vorfand, worauf stand, ich sei nicht anzutreffen gewesen, was ich mittels dieser ausgebeulter Jogginghose vehement bestreite, weil ich NIE und ich wiederhole es gerne noch einmal „NIE“ aus dem Haus gehen würde mit einer Jogginghose und zudem noch mit einer zerbeulten! (Für alle Besserwisser, ich jogge stets in Jeans und Pumps! Eben stilecht!) Ein solches Kleidungsstück zeugt bei mir grundsätzlich von einem Aufenthalt in den heimischen vier Wänden von mindestens 8 Stunden. Und wenn ich den Zettel um 13.00 Uhr aus dem Briefkasten hole, bezweifle ich doch stark, dass der noch so eifrige Botposten um 5.00 Uhr verzweifelt versucht hat mir mein Päckchen zuzustellen! Und die Aussage, ich könne eventuell die Türklingel überhört haben, ist schier unmöglich. Denn, wenn ich mich in dem Wissen befinde, ich habe ein Packet bestellt, beschränken sich meine Positionen innerhalb der Wohnung auf Mit-der-Nase-am-Fenster-kleben-um-zu-gucken-ob-ein-großes-dickes-gelbes-Auto-kommt und Mit-dem-Ohr-am-Türklingelautomat-kleben bis in die späten Abendstunden. Nahrung muss in solchen Situationen angeliefert werden. Ehrlich, ich habe mich schon einmal dabei erwischt, wie ich jeweils unten vor dem Haus sowie direkt an der Haustür im Hausflur die Funktion der Türklingel überprüft habe. Herr Gott, ich krieg nun mal gern ein Paket!

Den neuesten Streich erlaubte sich der Bringdienst der gottschalkisch beworbenden DHL, als sie mein Paket, ohne jegliche Information, erst an die örtliche Postfiliale brachten und dann wieder zurückschickten, mittels „unzustellbar“, was ich dann vom Absender mitgeteilt bekam, in dem er fragte, ob ich umgezogen sei und dass man mir die erneute Lieferung allerdings in Rechnung stellen müsse. Es kam auch gut und gerne vor, dass Meldezettel, über ein in die Filiale gebrachtes Paket, 3 Tage alt waren und nachträglich zugesandt wurde oder fälschlich beim Nachbarn in den Briefkasten gesteckt wurde, der sich gerade auf einer 4-wöchigen Kreuzfahrtreise durch die Karibik befindet, was wohl daran liegen mag, dass der jeweilige Bote nicht einmal lesen kann, denn sonst hätte er ja mein Klingelschild gefunden, welches er hätte betätigen können, worauf ich ihm dann, mit dem Sofa neben der Klingelanlage sitzend, hätte die Tür öffnen können. Aber wahrscheinlich hätte das eh nichts genutzt, weil er das Paket eh nicht nach oben geliefert hätte, da ein Paket mit einem Wollpulli, einem Strickschal und dem Beipackzettel für den zweiten Stock ohne Fahrstuhl viel zu schwer wäre. In diesem Sinne…

„Ich stelle es Ihnen auf dem Boden hier unten, ziehen Sie sich aber bitte Schuhe an, der Flur ist nass!“

Herzlichen Dank!

Berlin, 14. Oktober 2010
„Mariethieme“ An- und Aussichten

 

 

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