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Jahrgang 49, geboren und aufgewachsen in Berlin, ist seit 1977 als freischaffende Malerin tätig und lebt in Oberbayern. Studium der freien Malerei und Grafik an der staatlichen Hochschule für bildende Künste in Frankfurt (Städelschule)1974 bis 1977 in der klasse von prof. Johannes Schreiter. Im Fach Maltechnik vermittelte ihr der Dozent Peter Engel vor allem eine solide handwerkliche Grundlage, die ihr das virtuose Spiel in ihren Farbschichtungen erlaubt, bei denen das Material und seine Eigenschaften im Vordergrund stehen

Was der Künstler wirklich denkt...
Seit etwa 30 Jahren und völlig unbeeindruckt vom jeweiligen mainstream
oder periodisch auftretenden Retro-Bewegungen in der Malerei beschäftigt
mich das Aufzeigen von Verfallserscheinungen, Alterungsprozessen und
deren Konsequenz. Dabei habe ich das Gefühl, etwas Gutes zu tun: ich
unterstütze die Wahrnehmung der Vergänglichkeit. Die existiert nun mal,
wird gern verdrängt, es sei denn, das Morbide liegt gerade im Trend
und ist in den dekorativen Bereich eingedrungen.
Ein bildender Künstler ist aber kein Dekorateur, sondern will sein
Thema gründlich durchziehen.

Mein Thema: Kein ewiges Wachstum möglich, kein ewiges Leben nötig. Beruht auf meinem schlichten Weltbild und reicht aus, das Arbeiten auch über längere Strecken interessant zu gestalten. So etwas kann man nur verkaufen, wenn man es in eine ruhige Form kleidet. Also keine großen Gesten, höchstens ein zart-ironischer Unterton. Morsche Partien, alle der Zukunft, nämlich dem Nichts zugewandt. Das Nichts mag ich sehr gern. Japaner merken sofort, was ich meine. Doch hierzulande ist das Nichts verdächtig. Man will mehr für sein Geld. In Gesprächen mit Rezipienten erfahre ich, welch Vielfalt von Existenzformen im Jenseits es gibt. Nach dem real existierenden, aber noch immer tabuisierten Tode tut sich da für jeden ein individueller Notausgang auf. Da nimmt man jetzt schon mal Anlauf, um hindurchzupurzeln und angenehm transformiert wiederum in Erscheinung zu treten: Als Seele mit oder ohne Körperanhang, nützlicher Humus, geistig-planktonische Partikelchen, kosmischer Staub. Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Alle natürlich, manche waren sogar früher schon mal da, Männer meistens, allerdings in gehobener Position und nehmen nur jetzt gerade eine Auszeit als gemeiner Bürger und Steuerzahler, aber das nächstemal, da hauen sie wieder auf die Kacke als König! Wer will schon Nichts werden? Welche Verschwendung! Dieses Potential an Phantasie ließe sich effektiv im Diesseits verwenden, hier spielt die Musik.
Es gibt ein Leben vor dem Tod!