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An einem sonnigen Freitag, in einem gemütlichen Café in Berlin-Schöneberg traf ich durch abgesprochenen Zufall, eine junge hübsche Sängerin, die mir bei einem Glas Apfelschorle und mit knurrendem Magen gegenübersitzend Rede und Antwort auf meine Fragen stand.
Jenny Weisgerber
„Berlin ist chaotisch, liebenswürdig, wild, kreativ. Ich liebe diese Stadt!“

Auf dem ersten Blick wirkt sie durch ihre zierliche Erscheinung ein wenig zerbrechlich. Allerdings verfliegt dieser Eindruck sofort, sobald man in ihre Augen blickt, welche Selbstbewusstsein und Zielstrebigkeit ausstrahlen. Im Gespräch wird dieser Eindruck unterstrichen und man merkt schnell, dass Jenny mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht und weiß was sie will. Sie will Musik!
Bevor ihr das klar wurde, entdeckte es damals bereits eine Erzieherin in ihrer Kinderkrippe. Diese legte Jennys Mutter nahe, sie in einer Musikschule anzumelden, um ihr Talent zu unterstützen und weiter ausbauen zu können. Also besuchte Jenny dann einen Musikkurs, welcher damals noch „Musikalische Früherziehung“ genannt wurde.
Eigentlich wollte Jenny immer Geige oder Klavier lernen. Da für ein Klavier die finanziellen Mittel nicht ausreichend waren, widmete sie sich der Geige. Nachdem sie also einige Monate, erst mit „Trockenübungen“ auf einem Brett und dann auf der Geige – wie sie formulierte – „rumgekratzt“ hatte, stellte sie fest, dass es doch nicht unbedingt das war, was sie wollte. So entschied sie für die Gitarre, bei der sie bis heute geblieben ist.
In der Schule hatte sie sogar den Schlüssel für das Musikzimmer erhalten und konnte dort auf dem Klavier üben, wo ein Kurslehrer sie hörte und ihr anbot auf einer Ausstellung einer Gallerie zu spielen. Das gefiel ihr gut, als ihr bewusst wurde „Da hat jemand meine Musik gehört – er findet sie gut - er will sie hören!“
.Im Alter von 17 Jahren packte sie das Fernweh, sie suchte sich ihre sieben Sachen zusammen, schulterte ihre Gitarre und „türmte“ in die USA. Ihr eigentlicher Plan war es, auszuwandern. Für einige Monate reiste sie nun durch die USA und lernte Land und Leute kennen und arbeite an ihrer Musik. Sie sieht auch heute noch diesen Trip als sehr schöne Erfahrung.
Außer durch Deutschland, tourte sie auch durch Holland und Polen. Sie erzählte davon, wie sie in einem Rockclub in Warschau ankam und verdutzt feststellen musste, dass vor der Bühne eine Art Absperrgitter aufgebaut war. Man kann sich gut vorstellen, was man dann für eine Vorstellung von seinem Publikum hat, was einen erwartet. Allerdings war das noch eine „Requisite“ vom Konzert am Vorabend, wo eine wilde Rockband tobte. Sie dachte sich damals „In diesen Club pass ich ja gar nicht rein.“ Doch das Publikum vor dem Jenny spielte war im Gegensatz zu dem vorherigen beinahe lammfromm, somit blieb es Jenny dann auch erspart „hinter Gitter“ spielen zu müssen. In Polen begeisterte nicht nur sie das Publikum, sondern auch das Publikum sie!
Bei der Arbeit an Ihrer ersten CD „Jenny Weisgerber - When Worlds Collide”, brauchte sie jemanden für das Keyboard. So fragte sie bei einem Bekannten nach, in dem Fall war es Marc Haussmann, ob er sie dabei unterstützen kann. Dieser brachte noch jemanden für das Schlagzeug mit. Nach der erfolgreichen Arbeit an diesem Album, fragte Jenny Marc, ob er Lust hätte eine Band zu gründen. So kam noch Leonardo von Papp und Colin Bass hinzu und die Band war komplett. So wird Jenny nun auch je nach Buchungsanfragen von ihrer Band begleitet. Auch wenn sie bei kleineren Konzerten noch allein auftritt, plant sie, „…alles ein wenig mehr bandlastig zu machen!“
Wie kann man ihre Musik am besten beschreiben. Meiner Meinung besitzt Ihre Musik einen Hauch von Melancholie, die durch den klaren, hellen und ausdrucksvollen Klang ihrer Stimme jedoch nicht beschwerend wirkt. Ich persönlich empfinde den Klang Ihrer Stimme und Musik wie eine Art Spätsommer den man andächtig genießt.
Nähere Informationen, sowie die CD „Jenny Weisgerber - When Worlds Collide“, kann man auf ihrer Internetseite unter http://jennyweisgerber.kartini-music.com/static,Index.htm ergattern und unter http://www.myspace.com/jennyweisgerber.
Bericht und Fotos: Mariel Honigmund