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Gastgedanken

Was ursprünglich nur für meine Augen bestimmt war und schnell den Weg in mein Herz gefunden hat, soll nun auch den Weg in die Euren finden… Mariel Honigmund



Leben bedeutet Dinge zu tun und zu erleben die meist nur auf das eigene Schicksal abgestimmt sind, die Dinge müssen passieren damit man einen Weg zu seinem ganz persönlichem Ich findet.

Ein Leben kann sich binnen Sekunden verändern aber möchte man das? Wenn man sich in einer Welt voller Alltag und immer gleicher Routine befindet, ist einem jede kurze Abwechslung willkommen. Doch wie sieht es aus, wenn diese Abwechslung ein langandauernder Prozess des Wandels der eigenen Persönlichkeit ist, den man vielleicht gar nicht durchleben wollte. Kann man sich dagegen wehren? Muss man sein Schicksal akzeptieren und den vorgeschriebenen Weg gehen? Oder gibt es überhaupt den vorgeschriebenen Weg den man leben muss? Ist es nicht vielleicht nur der reine Zufall der unser Leben lenkt und sind wir nur die Nebendarsteller in dem Film des eigenen Lebens?

Warum muss man erst Dinge tun um sie zu bereuen, warum sagt uns das Ich in uns nicht sofort das wir aufhören sollen? Weil wir diese Erfahrungen brauchen? Muss ein Mensch erst Schmerz erleiden um Lieben zu können? Warum können wir uns die Menschen nicht aussuchen in die wir uns maßlos verlieben, wozu all dieser Kummer und diese Schmerzen. Weshalb braucht der Mensch all dieses Leid was er sich selber Tag für Tag antut? Weil wir uns nur dadurch wirklich frei fühlen können?

Freiheit was ist das genau? Ein Gefühl alles machen zu können? Aber diese Freiheit wird es niemals geben, wir werden immer durch Regeln und Vorschriften an unser eingeschränktes Leben gebunden sein. Diejenigen die sich selbst aus der Gesellschaft ausgrenzen, schließen sich somit wieder anderen Gruppen an und sind somit wieder an Gesetze, Regeln und Vorschriften gebunden.

Ein Mensch braucht andere Menschen, er will sich orientieren oder selber als Vorbild leben. Vorschriften und Regeln werden uns nie die absolute Freiheit geben können, aber sie sind nötig um ein nahezu freies Leben zu erlauben. Die Freiheit wird auch auf natürliche Weise eingeschränkt, denn auch wenn wir denken, dass wir sexuell frei leben, können wir uns den Partner nicht selber aussuchen, das persönliche Ich kann auch noch so tolerant sein, aber jeden Menschen zu lieben vermag es nicht zu können. Der Mensch entscheidet schon vor den ersten gewechselten Worten im Unterbewusstsein ob man überhaupt, den Kontakt zu dem anderen Wesen erlauben möchte.

Die romantische Vorstellung dass nur die inneren Werte zählen, ist der Wille dass man sich selber den Menschen seiner Liebe aussuchen kann, aber diese Vorstellung bleibt ein Wunschtraum des Menschen, der sich das Glück einer lebenslangen Beziehung wünscht. Dabei ist gerade diese wunderschöne Vorstellung ein gelöstes Rätzel, der Mensch kann ein Leben lang mit einem und demselben Partner glücklich Leben. Es ist nur nicht so einfach diesen Weg zu gehen.

Wir leben in einer Überflussgesellschaft, auch in Sachen Liebe. Der Umstand, dass wir aufgrund unserer weit entwickelten Technologien nicht mehr abhängig von einem Menschen alleine sind, erleichtert das Zusammenleben eines Pärchen nicht besonders. Heute wird nicht mehr um die Liebe gekämpft, warum auch? Sobald die Beziehung eine schlechte Zeit durchlebt, wird daran nicht mehr festgehalten, man kann sagen, dass das Überangebot von Singles den Übergang in eine neue Partnerschaft vereinfacht. Aber warum machte der Mensch das? Hat sich Liebe im 21 Jahrhundert so verändert? Und wenn ja, warum sind dann alle Menschen immer noch auf der Suche nach der perfekten Beziehung? Weil es sie wahrhaftig gibt oder weil wir es uns wünschen? Jede Beziehung startet immer unter den Vorwand, dass man sein Leben mit dem ausgesuchten Partner verbringen möchte, doch erst die Zeit bringt den wahren Menschen zum Vorschein, die Liebe des Umworbenen schwindet sehr schnell und der Alltag fällt dann ein. In dieser Phase gibt es bereits die ersten Unstimmigkeiten und Zweifel, warum hat sich der Partner so schnell geändert? Wo ist das Buhlen und das liebevolle Umwerben geblieben? Wieso werben wir in dieser Phase nicht mehr so offensichtlich, weil wir den Partner für uns entscheiden konnten? Dabei ist der Weg aus diesen Alltag doch so einfach, Kleinlichkeiten sind der Weg zum Erfolg und zu einer langanhaltenden Beziehung, aber warum nimmt man sich diese Sachen immer nur vor und macht sie nicht wahr, auch wenn man merkt das der geliebte Partner unter diesen Umständen leidet? Ist es uns gleichgültig oder sind wir zu faul? Erst wenn die Partnerschaft dem Ende geweiht ist oder sogar bereits beendet ist, wird einem erst klar was man getan hat, aber diese späte Einsicht ist meist unbedeutend, da das Leben bereits einen anderen Weg gefunden hat.

Wir nehmen uns vor, dass wir diesen Fehler kein zweites Mal machen und trotzdem passiert es immer und immer wieder. Der Grund ist einfach und trotzdem schwer zu umgehen, der Kampf das Feuer der Liebe immer mit neuem Holz zu versorgen ist manchmal schwierig und doch sehr simpel. Die Zauberwörter sind Verständnis und Mitgefühl. Versetzt man sich in den Partner, kann man oftmals besser entscheiden, was der Partner braucht und was nicht. Gerade Kleinlichkeiten sind das Salz in der Suppe, ein kleiner Brief oder eine liebe SMS. Ein gut vorbereitetes Abendessen oder einfach nur Rücksicht, ein liebes Wort oder ein stärkender Blick. Doch der größte Fehler wäre es, bestehende Probleme nicht auszusprechen und sie in sich hinein zu fressen. Probleme muss man lösen können und das gemeinsam. Man muss sich manchmal den Blickwinkel des Partners aufzwingen, um einen klaren Blick auf das Problem zu bekommen. Man muss wissen was der Partner von seinem Leben erwartet und ihm den Rücken stärken, doch das funktioniert niemals einseitig. Diese Sicht muss von beiden Partnern erfüllt werden, sonst steckt immer nur ein Partner ein und gibt sich für den andern auf, was wiederum zur absoluten Abhängigkeit führt und zur Einschränkung des geliebten Menschen.

Eine Beziehung kann nur unter absoluter Gleichwertigkeit funktionieren, was wiederum nicht bedeutet das beide Partner die gleichen Stärken und Schwächen haben sollte, man muss eine Partnerschaft als Ganzes betrachten, in der man sich mit seinen Stärken für die Schwächen des anderen einsetzt und das in allen Hinsichten. Dieses kann wiederum nur funktionieren, wenn man seine Vorteile auch zugänglich macht und nicht zum falschen Augenblick ausspielt, als Beweis der persönlichen Überlegenheit. Man behauptet, dass sich Gegensätze anziehen, jedoch nützt es der Beziehung nicht, wenn man sich in vielen Sachen überhaupt nicht einig wird, vielmehr führt das zu einer eher unbefriedigenden und aufwendigen Beziehung. Liebe sollte aber nicht aufwendig sein und schon gar nicht ein Zustand der Kompromisse. Liebe sollte Spaß machen und trotzdem unter dem Mantel der konstruktiven Kritik stehen. Aber wann ist Kritik am eigenem Partner konstruktiv und wann destruktiv? Ist Kritik nicht immer ein Zeichen von Unzufriedenheit? Ja, aber das ist auch gut so, wer möchte schon einen monotonen Ja-Sager als Partner haben? Man braucht jemanden der einen zu seinem Glück führt und der auch mal sagt, wenn man sich auf dem falschen Weg befindet. Was uns im Großen und Ganzen wieder zum Ursprung führt, der Mensch möchte einfach nur sein eigenes Glück finden, ob nun der Weg alleine dorthin schon das Leben ist, was man sich wünscht, ist alleine und persönlich zu betrachten. Denn nur wir alleine besitzen unser Leben und was wir daraus machen ist uns überlassen, ob nun mit dem „richtigen“ Partner oder vielleicht auch alleine. Doch eins ist Fakt, wir alle wollen glücklich sein, niemand ist zufrieden mit sich, wenn es keinen positives Ende für sich selber gibt. Das ist kein Egoismus der uns dazu zwingt sondern der reine Willen immer das Beste aus dem zu machen was man hat, nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Ergebnis aus dem hier und jetzt.

Woran misst man einen Menschen? An seinen Taten oder an dem was er besitzt? Spielt es eine Rolle wie man zu seinem persönlichen Glück gekommen ist? Darf man alles tun für sein persönliches Glück? Klar gibt es Gesetzte in einem Staat, der seine Bürger dazu anhält ein legales Leben zu führen, aber wie sieht es im zwischenmenschlichem Verhalten aus? Darf man andere Menschen ausnützen, um seine Ziele zu erreichen? Diese Frage muss sich jeder Mensch selber stellen und vor allem muss er mit den Folgen leben können. Was nützt es, wenn man sein Ziel erreicht hat, aber dieses nicht genießen kann, weil einem das schlechte Gewissen plagt. Es gibt Menschen denen das Ziel glücklich zu sein wichtiger ist, als alles andere auf der Welt, aber auch bei diesen Menschen wird der Tag kommen, an denen sie zurückblicken und sich selber fragen, ob es das alles wert war. Materialismus bedeutet nicht unbedingt, dass man Glücklich wird. Der Umstand, dass man sich alle seine Wünsche und Träume erfüllen kann, ist nicht der Schlüssel zu einem glücklichen Leben. Wenn ein Mensch keine Träume und Wünsche mehr hat, ist er dann noch lebensfähig? Was wäre das nur für ein Leben ohne Ziele und Träume? Klar, hat der Milliardär noch Ziele, er will seinen Lebensstandard halten und die nächsten Millionen machen, aber ist eine normale Familie nicht viel reicher, als ein einsamer Milliardär? Ist der Anblick seiner eigenen lachenden Kinder nicht tausendmal mehr wert, als eine neue Wohnung in Kalifornien? Kann dir eine Luxus Limousine sagen, dass sie dich über alles liebt? Macht man sich extreme Sorgen um seine neu erworbene Edelschuhe oder um seine Schwester der es nicht gut geht? Besitztümer machen unser Leben eindeutig leichter, aber man sollte seinen Fokus besser auf andere Sachen richten. Natürlich sind berufliche Erfolge wichtig und auch das Geld was man damit verdient, aber es sollte nur eine untergeordnete Rolle spielen. Wir brauchen einen Job um zu überleben, aber brauch der Job auch uns? Füllt einen der Beruf aus, den man bekleidet, ist man glücklich mit dem was man tut? In den meisten Fällen ist dem nicht so. Die Menschen, die es geschafft haben ihr Hobby zum Beruf zu machen, können sich sehr glücklich schätzen. Doch die Meisten von uns müssen das tun, was ihnen angeboten wurde. Klar, wünscht man sich immer etwas, was man selber nicht haben kann, aber man muss manchmal den Beruf einfach nur als das sehen was er ist, ein Mittel zum Zweck. Eine weitere Pflicht, die man ableisten muss, um den Weg zum eigenen Glück weitergehen zu dürfen und ein Stück weiter näher zu kommen. Doch neben dem Finanziellen, was ohne Frage eine wichtige Rolle im Leben spielt, sollte man nicht vergessen, dass man ein Leben auch an seinen Taten messen kann. Und das ist weit aus schwieriger, als Geld zuverdienen. Möchte man Anerkennung von seiner Familie und seinem Freunden, muss man Opfer bringen, aber wer macht das heute noch? Freiwillig zu geben, liegt nicht in der Natur des Menschen. Ohne Gegenleistung macht niemand etwas, auch wenn die Gegenleistung „nur“ die Anerkennung selber ist. Man möchte gelobt oder vielleicht sogar bewundert werden oder man erwartet das Gleiche von dem Gegenüber. Aber das ist auch völlig okay so, das nennt man zwischenmenschliche Beziehungen, der Preis dafür darf nur nicht zu hoch sein. Ein gewisses Maß an Dankbarkeit darf man natürlich erwarten, aber niemals darf man den Fehler machen und davon ausgehen, dass es einem mit gleicher Münze zurück gezahlt wird. Man sollte nie die Erwartungen zu hoch ansetzten, lieber niedriger, umso mehr freut man sich dann wenn es mehr wird…

……Ende der Gedankengänge.

 

[Bericht] Marcus Thieme

 

Eure Mariel Honigmund