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Stets ein Quell der Ruhe und denoch bewegt sich ständig was
Prinzipiell gesehen interessieren mich an der Fotografie, der Malerei und der Zeichnung die Möglichkeit, dass man Dinge auf die Welt bringen kann, die es vorher so noch nicht gegeben hat. Außerdem geben mir diese Medien die Möglichkeiten in Welten vorzudringen, die man mit Worten zwar schon erklären kann, die sich aber visuell anders und vielleicht besser aufschließen lassen.
Wenn ich mir z. B. den Loop über die Flugzeugpioniere "Orville and Willbur Wright" ansehe, dann kann ich diese außergewöhnliche Leistung, dieses menschliche Streben nach dem freien Flug, dieses Anwerfen des Flugzeugmotors, die assoziative Verbindung zum freien Flügelschlag des Vogels aber auch gleichzeitig die Hilflosigkeit des Menschen in einer Art und Weise äußern, die mir sonst nicht möglich wäre.


Man kann damit also Dinge untersuchen und ausdrücken, die jemand anderem wiederum ein Fenster oder eine Tür in eine andere Welt aufmachen.
Und was gibt es denn spannenderes und interessanteres, als nach den Ursachen, Zielsetzungen und Möglichkeiten des menschlichen Daseins zu forschen. Zu fragen warum ist dies so, ist das wirklich so? Oder ist das ganze vielleicht nur ein billiger oder ein brillianter Fake?
"New Delhi I" (1982-2007) camerawork/mixedmedia 60x90cm (23.6x35.4in) - unicum
Bei den "camera & draw" - Arbeiten ist es ähnlich:
Ich benutze eine SW-Fotografie, die ich durch bestimmte Kunstgriffe räumlich erweitere und mit Hilfe von Zeichenmaterialien um ein bestimmtes Thema ergänze.
Ich benutze also die SW-Fotografie um bestimmte Fragen zu stellen, wie z.B.: in dem Bild "divine will or free will":
Was erzeugt der göttliche Wille, was ist der freie Wille? Gibt es den freien Willen überhaupt? Werden Rasenmäher infolge eines freien Willensaktes hergestellt oder sind sie Folge einer natürlichen Evolution? Besitzen Hasen einen freien Willen oder ist es göttlicher Wille, dass sich der Hase dem Kampf mit dem Rasenmäher stellt?
Fragen die man so normalerweise nicht stellt. Aber einem Künstler ist es nach Bruce Naumann gestattet die Dinge völlig frei zu untersuchen ohne darauf hinweisen zu müssen, was an den Ideen falsch ist.

Joseph B. (1992 - 2008) camerawork, mixed media, beeswax 101 cm x 125 cm x 5 cm
(39.8 x 49.2 x 1.97 inches)
Bei den "camera & paint" - Arbeiten beginne ich ebenfalls den Arbeitsprozess mit Fotos, die dann mit Hilfe der Malerei in einen Grenzbereich zwischen Fotografie und Malerei gehoben werden. Betrachtet man solche Bilder im Original, so ist es für das bloße Auge teilweise schwierig, die Unterschiede zwischen Fotografie und Malerei zu erkennen.
Besonders interessant ist dabei die Erforschung von folgenden physikalischen Eigenschaften:
Jeder Körper bzw. jedes Bild hat eine bestimmte Schwingungsfrequenz. Die Schwingungsfrequenz eines Fotos setzt sich aus verschiedenen energetischen Aggregatzuständen zusammen und ist abhängig vom Trägermaterial, den aufgebrachten Farbmitteln, der Entwicklungs- bzw. Drucktechnik, dem Bildinhalt und der Lichtquelle des Betrachters.
Durch malerische Eingriffe wird die Schwingungsfrequenz eines Fotos verändert und kann in Abhängigkeit der "Malqualitäten" stark nach oben geschoben werden.
Je höher die Schwingungsfrequenz eines Bildes ist, desto stärker ist die Anziehungskraft.
24.04.08